Deubner-Preis 2011 des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V.


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Deubner-Preis 2011 vom Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. verliehen

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. hat auf dem 31. Deutschen Kunsthistorikertag in Würzburg erstmals den Dr. Peter Deubner Preis verliehen, der ihm von der Dr. Peter-Deubner-Stiftung, Köln, zur Verfügung gestellt und fortan alle zwei Jahre ausgeschrieben wird. Der Promotionspreis wird vergeben für eine herausragende unveröffentlichte oder bereits gedruckte deutschsprachige Dissertation. Der Aufsatzpreis wird für einen unveröffentlichten Beitrag vergeben, der innovative Ergebnisse sprachlich niveauvoll und dabei auch jenseits der Fachgrenzen verständlich präsentiert. Das Alter der Autoren sollte 35 Jahre nicht überschreiten.

Der mit EUR 5.000,- dotierte Dissertationspreis ging an Dr. Magdalena Holzhey, Düsseldorf, für ihre Arbeit: „Im Labor des Zeichners. Joseph Beuys und die Naturwissenschaft (Berlin 2009)“.



Dr. Magdalena Holzhey und Dr. Peter Deubner (Foto: Birgit Wörz, Würzburg)


Den mit EUR 2.000,- Prämie und einer Veröffentlichung im Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft verbundenen Aufsatzpreis erhielt Dr. Jan von Brevern, Berlin, für seinen Essay „Wolken und Berge. John Ruskins ‘Law of obscurity’“ (Aufsatz PDF).



Dr. Jan von Brevern (Foto: Birgit Wörz, Würzburg)

Laudationes

(aus der Ansprache des Ersten Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V., Prof. Dr. Georg Satzinger, auf dem 31. Deutschen Kunsthistorikertag in Würzburg¨rzburg anläßlich der Eröffnung¨ffnung am 23.3.2011 in der Neubaukirche, Aula der Julius-Maximilians-Universität)

Die Rolle von Natur und Wissenschaften, insbesondere der Naturwissenschaften, f¨ür Joseph Beuys’ Theorie und Praxis ist zwar bekannt, desgleichen sein Interesse für¨r physikalische Gesetze und Leonardo da Vinci. In ihrer brillianten Studie legt Magdalena Holzhey jedoch die erste systematische, auf theoretischer, wissenschaftskritischer und -historischer Ebene durchgeführtëhrte Untersuchung der Bedeutung Leonardos für das Werk von Joseph Beuys vor.
Ihre umfassende Analyse von Beuys’ spezifischem Zugriff auf Leonardos Denken und Schaffen liefert den Schlüssel¨ssel nicht nur für den Stellenwert naturwissenschaftlicher Bezüge in dessen Werk, sondern auch zu Beuys' Wissenschaftsbegriff. Auf bisher unerkannte Weise erweist sich nämlich,¨mlich, welche zentrale Rolle die Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften für¨r Beuys' plastische Theorie spielte.
Beuys' «erweiterter Wissenschaftsbegriff» und dessen erkenntnistheoretische Dimensionen werden von Holzhey in ihrer wissenschaftsgeschichtlichen Relevanz hervorgehoben und als Prozess menschlicher Emanzipation erkannt. Unter Heranziehung bisher unbeachteter Quellen konnten von der Autorin wesentliche Aspekte der Theorien Beuys’ hinsichtlich ihrer wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Position greifbar gemacht werden.
Holzheys eindringliche Analyse des Verhältnisses zwischen naturwissenschaftlichen und künstlerischen¨nstlerischen Denkprozessen und Erkenntniswegen beleuchtet eine bis heute relevante Reflexion sowohl des Wissenschafts- als auch des Kunstbegriffs. Das Ausloten der jeweiligen Methoden und Denkräumëume kann als Modell für heute anstehende Neupositionierungen der Wissenschaften, die vorliegende Studie als exemplarischer Fall einer Kunsthistoriographie der Moderne angesehen werden. Frau Holzhey vermag komplexe theoretische Zusammenhängënge anschaulich zugänglich¨nglich zu machen und dabei die ästhetischen künstlerischen Dimensionen anregend zur Geltung zu bringen.
Für¨r ihre herausragende Untersuchung, die hohen Erkenntniswert mit exzellenter Lesbarkeit verbindet, gebührt ihr nach Meinung der Jury der 2011 zum ersten Mal verliehene Deubner Promotionspreis.

Jan von Brevern hat einen vorzüglich¨glich geschriebenen Essay vorgelegt zum Thema, wie John Ruskin über¨ber die wissenschaftliche und künstlerisch¨nstlerisch--darstellungstechnische Beschäftigung¨ftigung mit den in mancher Hinsicht verwandten Phänomenen¨nomenen von Bergen und Wolken zu grundsätzlichen¨tzlichen erkenntnistheoretischen Problemen geführt¨hrt wurde, die in die Einsicht eines „law of obscurity“ münden¨nden mußten. In die Erkenntnis, ich zitiere, „daß auf Bildern vieles undeutlich bleiben muß, damit überhaupt¨berhaupt etwas erkannt und gesehen werden kann“. In sehr prägnanten Analysen interpretiert und erweist der Autor Ruskins einschlägigëgige Bildproduktion, bemerkenswerterweise einschließlich der von ihm veranlaßten Photographien, ebenso als Hilfsmittel wie Beleg dieser grundlegenden Einsicht. Die Studie kann in den Augen der Jury als exemplarisch angesehen werden für eine fruchtbare Verschränkung¨nkung naturwissenschaftsgeschichtlicher und genuin kunsthistorischer Perspektiven.

Die komplette Einführung: http://www.kunsthistoriker.org/wuerzburg-rueckschau.html

Kontakt:

Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.
Dr. des. Marcello Gaeta
Tel.: +49 (0) 163/71655-22
Fax: +49 (0) 228 18034-209
info@kunsthistoriker.org

Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.
HD Dr. Katharina Corsepius (Geschäftsführerin)
Tel.: +49 (0) 151/12431457


Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.
www.kunsthistoriker.org

Dr. Peter Deubner-Stiftung
www.deubner-preis.info